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Beyond Buzz: Wieso „Purpose“ so viel mehr als nur ein Begriff ist

Wenn wir uns den Begriff „Purpose“ genauer anschauen, dann sehen wir, dass er sich einer exakten Übersetzung entzieht – sicher einer der Gründe, warum wir so oft mit dem englischen Begriff hantieren, weil wir das Gefühl haben, die deutschen Übersetzungen wie „Bestimmung“ oder „Zielsetzung“ fassen es nicht so richtig.

Und tatsächlich hat der Begriff verschiedene Ebenen. Mit jeder Ebene steigen wir tiefer in einen spirituellen Zugang hinab: vom spröden „Unternehmenszweck“ über „Vision“, „Mission“ oder „Unternehmenswerte“ bis hin zu „Bestimmung“ und „Verantwortung“. Vielleicht haben wir deshalb solche Probleme mit dem Begriff bzw. seinem Konzept, weil wir uns angewöhnt haben, Spiritualität und Emotionalität als für die Arbeitswelt nicht passend zu markieren. Unsere Arbeitswelt soll sachlich sein, ein Umfeld für unser ökonomisches Wesen, ein Bereich, in dem wir rational handeln.

 

Oder?

Tatsächlich gehört der Begriff Purpose in eine Welt, die diese Vorstellung erweitert. Er gehört in eine Arbeitswelt, die Platz für weitere Aspekte unseres Seins bietet: Arbeitszeit ist Lebenszeit, sagen wir manchmal, und wenn wir das so sehen, dann ist es nicht richtig, unsere Emotionen und unser spirituelles Wesen am Eingang abzugeben, sondern wir sollten sie mit in unser berufliches Tun nehmen.

 

Damit wird unser Purpose zu einer Art Kompass.

Und den brauchen wir dringend in einer Arbeitswelt, die zunehmend von Komplexität und Geschwindigkeit geprägt ist. Wir nennen das VUCA, ein Umfeld, das volatil, unsicher und mehrdeutig ist, eines, in dem wir Erfahrungswissen nicht mehr so ohne Weiteres von heute auf morgen übertragen können. Wie orientiert man sich in so einer Welt, in der wir keinen Überblick mehr haben? Ein Purpose kann als Richtschnur dienen, an der wir unser Handeln ausrichten.

 

Und damit wird der Purpose ein Kommunikationsauftrag.

Denn er fällt nicht vom Himmel – im Gegenteil: Im besten Fall ist er das Ergebnis eines Prozesses, durch den die Menschen in einer Organisation gehen: Was ist unsere Mission? Was sind unsere Werte? Wo wollen wir hin? Und wie? All das sind wichtige Fragen im Kontext von Neuer Arbeit und sie führen uns direkt zum Purpose.

 

Vielleicht ist es das größte Verdienst eines Purpose, nicht allein zu existieren, sondern einen Rahmen anzubieten für unsere Auseinandersetzung mit unserer Arbeit.

Und die Notwendigkeit für diese Auseinandersetzung zu unterstreichen – nicht zufällig sprechen wir vor allem in sich transformierenden Arbeitskontexten vermehrt über den Purpose. Ich sage immer: Kommunikation ist eines der mächtigsten Werkzeuge, das wir dafür haben – und die Frage nach dem Purpose ist einer der wichtigsten Kommunikationsaufträge, mit denen wir uns dabei konfrontiert sehen. Wo wir über Neue Arbeit sprechen, kommen wir also um die Frage nach dem Purpose nicht herum. Und das ist ein Auftrag an uns alle.

Inga Höltmann

Inga Höltmann
 

Inga Höltmann ist Expertin für die Themen Kulturwandel in Unternehmen, New Work und Digital Leadership. Sie ist Gründerin der “Accelerate Academy” (http://www.accelerate-academy.de), einer Plattform für Neues Arbeiten und Neues Lernen, sie tritt als Keynote-Speakerin auf und arbeitet im Rahmen von Workshops in Unternehmen zu Themen rund um Neue Arbeit. Sie ist außerdem ausgebildete Wirtschaftsjournalistin, zu ihren Auftraggebern gehören der Berliner Tagesspiegel und der Deutschlandfunk Kultur. Bekannt ist sie auch für ihre beiden Podcasts zur Zukunft der Arbeit, nachzuhören unter ingahoeltmann.de/podcast.

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